Abenteuer im Grunewald

Heute beschloss ich eine kleine Wanderung im Grunewald zu unternehmen. In all den Jahren in denen ich schon in Berlin lebe war ich noch nie im Grunewald, also nur die wichtigsten Sachen zusammengepackt und auf in die S-Bahn und quer rein in den Wald. Was ich dort erlebt habe, entspricht, und das schwöre ich beim Leben meiner Großmutter, der Wahrheit.

Im Grunewald – Eine wahre Geschichte.

Ach wat schön, der Großstadtlärm scheint weit weg mitten im Wald und doch mitten in der Stadt. Ich genieße das rauschen der Blätter, das Surren irgendwelcher Insekten in der Wildwuchswiese – Keine Menschenseele weit und breit. Alle Sorgen sind weit weit weg. Ich schlendere also den Waldweg entlang und erfreue mich an der Natur. Die vereinzelten Tropfen in den Baumwipfeln stören mich nicht weiter auch das entfernte Donnern holt mich nicht aus meiner träumerischen Entpsannungsphase. Mittlerweile bin ich irgendwo mitten im Grunewald, keine Ahnung wo genau nur die Himmelsrichtung ist mir bekannt – Ziel Havel / Stößelsee, als plötzlich der Regen beginnt stärker zu werden. Unbeeindruckt setze ich meine Wanderung fort.

Mit einem Schlag wächst der kleine Regen zu einem sintflugartigen Platzregen an. Regentropfen von der Größe von Fussbällen donnern auf mich herab, es dauert exakt 2,8 Sekunden und ich bin tropfnass bis auf die Haut. Ich beschließe umzukehren und als ich den ansteigenden Weg gerade hochgehen will, sehe wie sich dieser gerade von einem harmlosen Weg in einen reißenden Strom verwandelt. Wassermassen strömen mir entgegen und reißen mir den Halt unter den Füssen weg. Schwimmend kämpfe ich gegen sie Fluten an als ich eine Wildschweinfamilie sah, die fröhlich singend auf einem Floß vorbei rauscht, dicht gefolgt sehe ich eine Haifischflosse durch den reißenden Strom schwimmen, ja ich weiß Haie gibt es nicht im Süsswasser – aber ich schreibe hier ja nur was ich gesehen habe. Als mich der Hai wahrnimmt hält er gerade auf mich zu und reißt sein  locker 1 Meter 20 großes Maul auf. Zum Glück hatte ich meinen Anti-Haifisch-Batspray aus dem Batman Fanshop dabei und konnte den Angriff in letzter Sekunde abwehren. Panisch springt er aus dem Wasser uns watschelt auf seiner Schwanzflosse ins Dickicht. Ich weiß das klingt völlig absurd, aber ich schwöre so war es. Die Fluten haben mich in der Zwischenzeit mitgerissen und ich treibe den Hang hinab. Über mir in den Baumkronen hangelt sich ein Fuchs affenähnlich von Ast zu Ast. In einer kleinen Talsenke komme ich auch schließlich zum stehen, ich finde wieder Halt mit meinen Füssen,  stehe im schulterhohen Wasser und arbeite mich zum Ufer vor. Die Wildschweinfamilie ist auch da  – ihr Floß ist scheinbar an eimem Baumstumpf zerschellt, sichtlich sauer darüber dass ihre Floßfahrt so aprupt endete wendete sich Papa Wildschwein mir zu und steht schnaubend vor mir, der Rest vom Anti-Haifisch-Batspray ließ den Eber völlig kalt, ok es war auch eher ein verzweifelter Versuch, aber ich hatte einfach kein Anti-Wildschweinspray dabei, also sprang ich hoch, ergriff den querstehenden Ast über mir, und führte direkt einen Felgaufschwung durch gefolgt von einem Rückwärts-Salto und schon stand ich auf dem dicken Ast ca 6 Meter über dem Boden (Was ja viele nicht wissen, dass ich jahrelang Reckturner war) Der Fuchs von vorhin hangelte sich entspannt an mir vorbei und interessierte sich gar nicht für mich. Ich folgte ihm ein Stückchen bevor ich wieder auf dem Boden kam.

Weiter durchs Unterholz wo ich nach einer Böschung über eine wütende Gruppe Schlümpfe stolperte. Ich kann nur eines sagen, wer glaubt das Schlümpfe friedliche blaue zwergenähnliche Gnome sind, der irrt gewaltig – Das sind bösartige Bestien mit flätschenden Zähnen stürmen sie auf mich zu. Ich kann wirklich von Glück sagen, dass ich heute morgen mein Gargamel Kostüm eingepackt hatte, schnell die schwarze Kutte übergeworfen, in die roten Schuhe geschlüpft und die Glatze aufgesetzt – Das verfehlte seinen Effekt nicht, völlig verängstigt verzog sich die Schlumpfgang ins Dickicht.

Ich blicke mich um uns sehe weit und breit keine weiteren Gefahren, also schlage ich mich weiter durch den Wald, als ich ein kleines Kind sah, dass verängstigt vor einem der gefürchteten Grunewald-Krokodilen kauert. Ich zögere nicht lange und stürze mich auf das Reptil. Ich packe das kräftige Maul und nehme es mir dem rechten Arm quasi in einen Schwitzkasten. Das Krokodil zappelt hilflos als ich ihm ein paar saftige Tritte in den Unterleib verpasse. Wir ringen einige Minuten weiter, bis das Krokodil ein weißes Taschentuch greift und wedelt. Da ich ja kein Unmensch bin lasse ich von dem Tier ab und mache ihm mit einer deutlichen handgeste klar, dass es sich besser ganz schnell verzieht, was es dann auch geschlagen macht. Das Kind jubelte mir als Held zu, es wurde übrigens vom Regen von der Schaukel im Vorgarten weggespült und in den Grunewald getrieben.

Mit Horst-Jeremie an der Hand laufe ich solange in eine Richtung durch den Grunewald bis wir Autos sehen. Endlich wieder in der Zivilsation, tropfnass und dreckig mache ich mich auf dem Weg zu S-Bahn. Der Regen hat in der Zwischenzeit schon nachgelassen und ihr dürft 3 mal raten wann die Sonne wieder raus kam – Richtig als ich aus der S-Bahn steige und in unseren Innenhof einbiege.

Und was lernen wir aus der Geschichte ? Wann immer ihr in den Grunewald geht, Gargamelkostüm und Anti-Haifisch-Batspray nicht vergessen !

Foto: Bestimmte Rechte vorbehalten von chris grabert

One Comment