Supermarkt-Verschwörung: Ein Erlebnisbericht

supermarkt

Supermarkt-Erlebnis:

Ich bin mir sicher dass dem ein oder anderen dieses Erlebnis nicht unbekannt vorkommt.

Ich betrete den Supermarkt, von 8 Kassen sind 6 besetzt und an jeder stehen 1 bis 2 Kunden, die gerade bezahlen. Der Supermarkt selbst sieht leer aus – soweit das Auge reicht keine weiteren Kunden. Ich betrete die Gänge und überlege mir gemütlich was ich denn alles so gebrauchen könnte, da höre ich schon ein Wummern, es fühlt sich an wie die Szene aus Jurrassic Park, die Erde beginnt zu vibrieren, die Essiggurken im Regal wackeln und dann sehe ich sie schon eine ganze Horde von Supermarkt-Kunden, die scheinbar wie Gegner in einem Computerspiel im hinteren Teil des Marktes urplötzlich gespawnt sind. Unter todesmutigen Einsatz meiner Ellenbogen schaffe ich es mich,  mit einigen Blessuren, bis zur Kühltheke zu schlagen. Auf dem Weg dahin gelingt es mir zwischen 2 Beinen durchzugreifen um eine Paprika ergattern zu können. Im Gang mit dem Reis werde ich dann von einem Pärchen aufgehalten, dass mit ihrem Einkaufswagen gekonnt die gesamte Breite des Ganges blockiert und eine Grundsatzdiskussion über Reis zu beginnen, und ich werde Zeuge einer typischen Supermarkt-Unterhaltung: „Haben wir noch Reis, Schatz ?“ „Ja ich glaube schon“ „Aber letztens war die schon halb leer“ „Ja aber dann reichts ja noch für 2x“… und so weiter und so weiter „Herrjeh Ihr sprecht über Reis ! Reis, der hält 18 Jahre, kauft die Packung und verfatzt Euch, fauche ich das erschrockene Pärchen an. Völlig verunsichert sehe ich wie sie eine Packung Nudeln in den Einkaufswagen legt. Weiter zur Kühltheke, Milch und Butter. Stolz auf mein bisheriges Ergebnis und stolz darauf bis dahin mit nur einer gebrochenen Rippe durchgekommen zu sein. Dann stehe ich am Horroregal: Joghurt. ein 300 Meter langes Regal vollgepackt mit allen Joghurtsorten die man sich vorstellen kann – von allen erdenklichen Marken mein Blick tastet die Wand an Joghurtprodukten ab – Nach 20 Minuten habe ich endlich die Landliebe Ecke gefunden und genau der Landliebe Marzipan Mohn Joghurt ist aus – alles andere ist in Massen vorhanden. Litschi-Schoko, Ingwer-Käsekuchen, Knoblauch-Bratwurst-Vanille Geschmack… Alles ist da nur der verdammte Mohn Marzipan Pott fehlt. Herrlich. Leicht angesäuert renne ich die Dame über den Haufen, die gerade versucht die Zutatenliste des Weihenstephaner Naturjoghurts zu entziffern und stolpere in die Süssigkeiten-Ecke. Na gut, dann muss es eben Schokolade sein. Nur was ? Da liegt von 200 verschiedenen Marken jeweils exakt die gleichen Sorten im Regal, alle irgendwas cremiges, gern mit Vanille. Ich hätte Lust auf was ausgefallenes… Gibt es nicht. Manchmal wünsche ich mir die „kreativen“ Produktentwickler von Beuteltee würden zu einem Süssigkeitenherstellers wechseln… Obwohl, ich weiß nicht ob ich Rhababer-Sahne-Ingwer Schokolade kaufen würde.

An der Supermarkt-Kasse

Endlich habe ich mit meinen 12 hart erkämpften Produkten die Kasse erreicht. Aus den 6 besetzten Kassen sind 2 geworden an denen eine Schlange bis zur  Gemüsebar steht. Fast so als würden die Supermarkt-Kassierer proportional zur spawnenden Kundenmenge despawnen.  Ein Blick auf die Schlange und ich entscheide mich für eine etwas längere Schlange mit einzelnen Leuten, die alle nur halbgefüllte Tragekörbe haben. Ich stehe also in der Schlange, die sich gar nicht wirklich weiterbewegt, weil die Korb-Einkäufer das einzigartige Talent haben in einem 40×20 Zentimeter großen Handkorb 3876 Produkte verstauen können – wahre Tetris-Meister. Und so wird aus der Schlange mit vermeintlichen Kleinmengeneinkäufern eine Mammutschlange von Menschen, die im Durchschnitt einen Warenwert von 200 Euro mit sich herumtragen. Endlich – nur noch ein Kunde vor mir. Das ist natürlich ein Kunde, der seine Glückspunkte eintauschen will und sich erst mal in aller Ruhe über das tolle Messerset erkundigt und beinahe ein Beratungsgespräch vom Kassierer erwartet – Natürlich weiß der nicht wie scharf das Schinkenmesser ist und welche Beschichtung das Bananenschälmesser hat- steht auf um einen Kollegen mit Messer-Erfahrung zu suchen. Ich wünsche mir in der Zeit das Schinkenmesser herbei um dem Kunden einfach zu zeigen wie scharf das ist.  Nach weiteren quälenden 15 Minuten darf ich endlich mein Päckchen Kaffe, Milch, Reis und die Eier bezahlen. Noch während des Bezahlvorgangs kommt es mir so vor als würden die anderen Kassierer in einer Art Choreographie aus allen Ecken herbeitanzen um weitere 4 Kassen zu besetzen. Sehr gut.

Meine Supermarkt-Verschwörungstheorie also – es gibt irgendwo eine Geheimorganisation die immer genau auf mich wartet um dann blitzschnell einen Massenauflauf zu organisieren. Ich vermute sogar dass die gleiche Organisation dafür sorgt dass der Kunde im Bäcker direkt vor mir immer genau das letzte Teilchen kauft, auf das ich mich schon den gesamten Tag gefreut habe.  Ihr kennt das man freut sich tierisch auf eine Zuckerschnecke, steuert den Bäcker seines Vertrauens an, sieht massig Zuckerschnecken in der Auslage. Und fast wie vorprogrammiert bestellt der Nappel vor mir „18 Zuckerschnecken“  – Bingo ! Ob diese Geheimorganisation die gleiche ist, die hinter den Schachtschleichern in der Ubahn steckt, konnte ich noch nicht verfizieren.

In diesem Sinne gebe ich ab an die (an) geschlossenen Anstalten.

Foto: Kathisblog.de by/2.0/

Gib Deinen Senf dazu...

3 Comments

  1. Tanja Siebold
  2. Heike
    • Achim G. Heim