Erste Urinfabrik in Berlin eröffnet

Seit einiger Zeit fällt mir im U-Bahnhof Charlottenburg Wilmersdorf auf, dass es ungewöhnlich streng nach Urin riecht, die dazu gehörigen herumlungernden Punks allerdings nicht mehr in der Ecke sitzen. Dem musste ich natürlich auf die Spur gehen. Und tatsächlich unweit in einem unscheinbaren Gebäude entsteht Berlins erste Urinfabrik.

Achim G. Heim zu Besuch in der Urinfabrik

Warum überhaupt eine Urinfabrik ? Um diese Frage zu beantworten, müssen wir verstehen was Berlin aus macht und eintauchen in den Berliner Lifestyle wo an jeder zweiten Häuserecke eine der beliebten Punkpissepfützen zart im Sonnenlicht funkelt. Nur leider ist die Population der possierlichen Punks in den letzten Monaten dramatisch zurückgegangen und mit ihnen die Punkpissepfützen, was die Stadt Berlin vor ein erhebliches Problem stellt: Wie ersetzen wir den lieblichen Duft und den lieb gewonnen Anblick der gelblich schimmernden Laachen.

Die Lösung: Eine Urinfabrik in der das gelbe Gold synthetisch nachgebildet wird.
„Smells like Innovation“ prangt über der Eingangstür, wo ich mich mit  Prof. Dr. Dr. Heinz Hummel, dem Chefentwickler der Urinfabrik treffe. Stolz erklärt er mir die biochemische Revolution:
„Es ist uns gelungen das menschliche Urin nicht nur realistisch nach zu empfinden, sondern haben es sogar noch verbessert. In Farbe und Konsistenz ist unser Urin kaum vom Original zu unterscheiden, allerdings ist der Geruch durch meine selbst entwickelte Duftformel um ein Vielfaches intensiver, so dass ein Bruchteil an künstlichem Urin benötigt wird um einen ganzen Häuserblock an dem lieblichen Geruch zu erfreuen, dieser hält zu dem auch noch sehr viel länger an.“

Pulverizadores

Der Urinator 6000

Wie kommt das Urin aus der Urinfabrik aber an seinen Bestimmungsort, also an Berlins Hauswänden ?
„Hierfür haben wir eine speziell ausgebildete Mannschaft – Die Urinatoren. Sie steifen mit einem Behältnis auf dem Rücken durch Berlin um die belebten Ecken mit dem künstlichen Urin benetzen. Der Urinator 6000, wie das Urindosierungsgerät heißt fasst 2×6 Liter, was 240 Anwendungen erlaubt. Derzeit sind 25 Urinatoren in Berlin unterwegs um die Lebensqualität der Berlinerinnen und Berliner zu verbessern.“

Auf der Führung durch die Fabrik kommen wir im Herzstück an und am Gesichtsausdruck von Prof. Dr. Dr. Heinz Hummel klar zu erkennen ist – Sein ganzer Stolz: Das Labor.
Hier werden Durftnoten in verschiedenen Variationen produziert. Stolz zeigt mir Prof. Dr. Dr. Heinz Hummel seine neueste Entwicklung: Eine sehr würzige Duftnote mit einem Hauch Vodka. „2014er Friedrichhainer Eckenpisse“ heißt dieses Gebräu. Daneben gibt es die Basisversion mit einer Brise Billigbier, aber auch zeitlose Klassiker wie das nach Fusel duftende 1984er Pennerglück. Auch an die Hipster hat man gedacht und einen Urin entwickelt, der nach Club Mate duftet mit dem klangvollen Namen: „Prenzlauer Berg Südhang Premium“

 

Pipi ist nur der Anfang, bald schon kümmern wir uns um größere Geschäfte

Ein weiteres Problem vor dem Berlin steht, sind die rücksichtslosen Hundebesitzer. Immer mehr Hundebesitzer machen die Häufchen ihrer Vierbeiner selbständig weg. Was dazu führt, das insbesondere an der Spree entlang der lieblich beißende Duft von verwesendem Hundekot ausbleibt „Nicht nur dass wir diese Duftlücke füllen müssen, nein vielmehr entwickeln wir gerade einen Spezialkot der nicht nur an heißen Sommertagen diesen zarten Berlin-typischen Duft verbreitet, sondern an 365 Tagen im Jahr“

Man darf also gespannt sein, was für Innovationen Prof. Dr. Dr. Heinz Hummel und sein Team aus Duftexperten in Zukunft noch entwickeln werden.

 

Foto: Ben Brown by-sa/2.0/

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