GUIDE: So wirst Du zum sympathischen Hetz-Kommentator

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Du siehst Dir die extrem stylischen, hippen und fast schon lyrischen Kommentare der deutschen Bildungselite an und wünschst Dir auch so ein sympathischer Hetz-Kommentator zu sein ? Du bewunderst die rhetorischen Pirouetten die sie dabei kunstvoll aufs digitale Parkett zaubern ?

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Zum sympathischen Hetz-Kommentator in 10 Schritten

  1. Verbrenne Deinen Duden
    Rechtschreibung und Grammatik brauchst Du jetzt nicht mehr, schließlich bist Du in wichtiger Mission unterwegs und hast keine Zeit Dich mit unwichtigen Dingen wie der korrekten Verwendung der deutschen Sprache auf zu halten.
  2. Du weißt alles !
    Mache Dir klar, dass Du und nur Du allein verstanden hast, wie die Welt funktioniert. In Deiner 4 Jährigen Schulbildung hat man Dir alles beigebracht was Du wissen musst. Nur Du weißt wie der Hase läuft – Du.Bist.Erleuchtet. Aber sei Dir bewusst: Da oben ist es einsam. Du gehörst zur missverstandenen Minderheit – Die Gesellschaft wird Dich an den rechten Rand drängen und ausgrenzen – Ja sie wird Dich gerade zu diskriminieren.
  3. Werde Teil einer gefühlten Mehrheit.
    Suche Dir Gleichgesinnte, die Dir für Hetz-Kommentare Applaus spenden, die Dir uneingeschränkt zustimmen. Diese ebenfalls Erleuchteten findest Du auf Facebook in diversen Gruppen oder direkt bei der Nazi-Partei Deines Vertrauens. Diese Gruppierungen geben Dir das wohlige Gefühl die Meinung einer Mehrheit zu vertreten.
  4. Der innere Kern
    Jeder Hetzkommentar braucht einen Betreff. Hierzu stehen Dir 4 Grundthemen zur Verfügung:
    – Flüchtlinge besitzen ein Smartphone
    – Flüchtlinge sind alles Männer
    – Flüchtlinge produzieren Müll
    – Flüchtlinge sind kriminell
  5. Dein erster Hetzkommentar
    Es ist soweit – Du bist bereit für Deinen ersten Hetz-Kommentar.
    Konzentriere Dich am Anfang auf 1 Thema! Später kannst Du diese 4 Grundthemen gerne vermischen und so einen Sammel-Hetz-Kommentar verfassen – Dies gilt aber als Königsdisziplin.
    Um Deine Glaubwürdigkeit zu untermauern achte auf möglichst viele Rechtschreibfehler (Alleine schon um nicht gegen Facebooks Gemeinschaftsstandards zu verstoßen)
    Lass Deinem Hass freien Lauf, mache nicht nur Deine Abscheu und Deinen Ekel gegenüber Flüchtlingen deutlich, sondern auch Deine Verwunderung darüber dass der Rest von Deutschland das so nicht erkennt.
  6. Feedback
    Mache Dich auf eine Flut von Kommentaren gefasst, die Dich als Nazi, Rechtsradikaler oder einfach nur Idiot betiteln und versuchen mit sachlichen Argumenten Deine Ausgangsthese zu widerlegen.
    Lass Dich nicht beirren ! Du.Hast.Recht ! Beschimpfe alle mit anderer Meinung und wiederhole dabei Deine Grundthese.
  7. Kommentiere alles!
    Verpacke Deine Hetz Posts auch als Kommentare unter vermeintlich themenfremden Artikeln.
    So kannst Du zum Beispiel unter die Meldung dass im Zoo Hannover ein Seehundbaby gestoben ist, auch einen prima Anti-Flüchtlingskommentar platzieren im Stile von „thypish, da arme Sehunbaaby woltete keina retten, helfe wol ale im Flüchtlingslagern“
  8. Erfinde Geschichten
    Besonders die „Kriminalitäts-These“ lässt sich nur sehr schwer belegen. Lass Dich davon nicht abhalten trotzdem darüber zu schreiben. Erfinde einfach eine Geschichte von einer Freundin, die von Flüchtlingen vergewaltigt wurde. Oder von Flüchtlingen die vor Deinen Augen einen Drogeriemarkt ausgeraubt haben und alle Anwesenden erschossen haben. (nur Dich haben sie verschont, damit Du über ihre Tat berichten kannst)
    Damit niemand Deiner Gegner auf dumme Ideen kommt, schließe diese Geschichte damit ab, dass die Polizei jedem Augenzeugen Schweigegeld gezahlt hat und nur Du den Mut hast dies öffentlich zu machen (Das hast Du natürlich mit eigenen Augen gesehen – Oder zumindest mit eigenen Augen auf anderen Facebook Profilen gelesen)
  9. Manipuliere Bilder
    Du musst kein Grafiker sein, die Fotomontage muss auch nicht gut aussehen oder Sinn ergeben. Deine „Freunde“ werden dich bejubeln egal wie ranzig das Bild ist – Und Deine Widersacher werden es nicht glauben, egal wie gut es gemacht ist.
    Zum Beispiel sowas:
    flüchtlingsfluchtvorhernachher
  10. Übe das !
    Fühle Dich episch !

Jetzt bist Du ein sympathischer Hetz-Kommentator. Herzlichen Glückwunsch.

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