Sascha Lobo – Der Erfinder des Internets. Wahrlich ich sage Euch…

Sascha Lobo hat der Netzgemeinde auf der re:publica mal so richtig ordentlich die Meinung gegeigt. Ehrfürchtig und mit Stolz geschwellter Brust haben sich die Vollnerds und Netzdödel von ihrem Messias beleidigen lassen: „Ihr habt versagt“ beschuldigte Sascha Lobo seine Schäfchen.
Was viele nicht wissen, ursprünglich plante Sascha Lobo eine andere Rede – Seine Berater rieten ihm allerdings davon ab „Zu radikal“ sei der Weckruf – Deshalb entschied sich Sascha Lobo für eine alternative Variante.

Exklusiv liegt uns die ursprüngliche Rede von Sascha Lobo vor.

Meine Lieben Gläubigen,
als ich vor einigen Jahren das Internet erfand, schuf ich eine herausragend gute Basis für meine Jünger. Ein Ort, an dem man sagen durfte was man wollte, ein besserer Ort ohne Zensur und Obrigkeitsdenken, ein Quell ewiger Inspiration und Kreativität, eine stabile Basis für eine Revolution. Ich schenkte Euch das Lobonet – Doch ihr habt nichts daraus gemacht. Ihr habt versagt. Ihr habt aus meinem glorreichen Internet eine Sickergrube der passiven Niveaulosigkeit gemacht. Ihr habt mein Lebenswerk zerstört.
Ich der König aller Klugscheißer, Ich der Meister der Inhaltsleere, Ich bin die heiße Luft im Ballon, der über Euch schwebt. Erneut steige ich herab zu Euch um Euch den wahren Glauben zurückzubringen und ins gelobote Land zu führen.

Wahrlich ich sage Euch 7 Plagen werden über Euch hereinbrechen – Nicht mehr und nicht weniger.

Eure Bits und Bytes werden 7 Tage lang in Blut verwandelt, so dass Eure Netzneutralität unfruchtbar wird
Eine Viehpest tötet alle Pferde, Kamele, Rinder, Schafe – bis ihr nur noch Katzenbilder habt.
Youtube Stars plagen Mensch und Vieh
Facebook Funbilder befallen Eure Nachrichtenströme
Geschwür das Blasen schlägt befällt Mensch und Vieh. Ihr werdet es Justin Bieber nennen.
3 Tage Finsternis lässt Eure Pornos verdunkeln
Namensmarkierungen als Kommentare bedecken das Netz und fressen alle Diskussionen

Am siebzehnten Tage des zweiten Monats, das ist der Tag, da aufbrechen alle Brunnen der großen Tiefe, und die Fenster des Himmels werden sich öffnen,  und es kommt ein Regen auf Erden vierzig Tage und vierzig Nächte, der hinwegspült die Verderbtheit des Internets.

Aber ich sage Euch – Es ist nicht zu spät. Folgt meinem Beispiel und erhebt die Stimme – auch wenn ihr keine Ahnung habt – sprecht und tut so als hättet ihr etwas kluges gesagt!
So und nur so kann das Lobonet gerettet werden.
Gebt nicht auf, meine Jünger – Es ist noch nicht zu spät.

Euer Sacha Lobo

Foto: Bestimmte Rechte vorbehalten von re:publica 2014