Wenn Rechts nicht Rechts genug ist: Björn Höcke im Interview

„Es muss immer eine rechte Alternative zum rechten Kurs geben – Notfalls müssen wir anbauen“ scheint die Parole der AfD zu sein.

Einer der Top-Commedians in den Reihen der AfD ist zweifelsohne Björn Höcke. Erst kürzlich hat er eine „Gag-gespickte Rede“ vor der Dresdner Höckejugend gehalten.
Grund für uns den sympathischen Redner erneut zu einem Interview zu treffen.

Björn Höcke im Exklusivinterview

Herr Höcke, viele behaupten es gibt einen Richtungsstreit innerhalb der Partei und andere böse Zungen behaupten: die AfD zerlegt sich gerade selbst. Wie lange glauben Sie hält die AfD?

1000 Jahre

Verstehe. Sie halten ja bekanntlich nicht viel von den etablierten Parteien und Gegnern…

Die Gegner werfen der AfD vor, und mir insbesonders, dass wir intolerante, unverträgliche Menschen seien. Wir wollten, sagen sie, mit anderen Parteien nicht arbeiten. Ich habe hier eines zu erklären: die Herren haben ganz recht, wir sind intolerant. Ich habe mir ein Ziel gestellt: nämlich die 30 Parteien aus Deutschland hinauszufegen.

Das kommt mir bekannt vor, aber überschätzen Sie da nicht Ihre Position innerhalb Ihrer Partei?

Wenn manche sagen: »Sie sind ein Phantast!«, dann kann ich ihm nur antworten: »Sie Idiot!« Wenn ich nie in meinem Leben ein Phantast gewesen wäre, wo wären sie, und wo wären wir heute alle? Ich habe immer an die deutsche Zukunft geglaubt. Sie haben damals gesagt: »Sie sind ein Phantast!« Ich habe immer an die Auferstehung des Deutschen Reiches geglaubt, sie sagten immer: »Sie sind ein Narr!« Ich habe immer geglaubt an die Wiederaufrichtung einer deutschen Macht, sie sagten immer, ich sei wahnsinnig. Ich habe geglaubt an die Beseitigung unserer Wirtschaftsnot, sie sagten, das sei eine Utopie. Wer hat nun recht gehabt, der Phantast oder sie? Ich habe recht gehabt und ich werde auch für die Zukunft Recht behalten!

Herr Höcke – darf ich Sie daran erinnern,  dass Sie lediglich Fraktionsvorsitzender in Thüringen sind und Ihre Partei in Umfragewerten gerade mal um die 10% liegt – Vor Ihnen liegt also noch ein ganzes Stück Arbeit. Immer häufiger hört man aus Ihren Reihen martialisch Parolen wie „gekommen um zu bleiben“ oder „wie bleiben um zu siegen“ – Wie stehen Sie dazu?

In unserem Lexikon und in dem meinem, gibt es ein Wort überhaupt nicht, das Wort Kapitulation. Ich wünsche nicht den Kampf. Wenn er mir jemals aber aufgezwungen wird, dann werde ich ihn führen solange in mir auch nur ein Atemzug lebendig ist. und ich kann ihn heute führen, weil ich weiß, dass hinter mir das ganze Deutsche Volk steht!

10% Herr Höcke, 10% ist nicht das ganze Volk. Kommen wir zu Ihrem Kernthema: Flüchtlinge.
Viele halten Sie für einen Hetzer – Herr Höcke, führen Sie einen Krieg gegen Flüchtlinge?

Ich darf noch einmal feststellen, dass ich erstens keinen Krieg geführt habe, dass ich zweitens seit Jahren meinem Abscheu vor einem Krieg und allerdings auch meinem Abscheu vor einer Kriegshetze Ausdruck verleihe, und dass ich drittens nicht wüsste, für welchen Zweck ich überhaupt einen Krieg führen sollte.

Sie sehen es ja bekanntlich nicht so wie die Mehrheit der Deutschen, dass die Flüchtlinge eine Bereicherung für Deutschland sind und sie uns helfen zukunftsfähig zu sein.

Glaube niemals an fremde Hilfe, niemals an Hilfe, die außerhalb unserer eigenen Nation, unseres eigenen Volkes liegt. In uns selbst allein liegt die Zukunft des deutschen Volkes. Wenn wir selbst dieses deutsche Volk emporführen zu eigener Arbeit, zu eigenem Fleiß, eigener Entschlossenheit, eigenem Trotz, eigener Beharrlichkeit, dann werden wir wieder emporsteigen, genau wie die Väter einst Deutschland nicht geschenkt erhielten, sondern selbst sich schaffen mussten.

Aber was haben Sie denn konkret gegen Flüchtlinge?

Staatsbürger kann nur sein, wer Volksgenosse ist. Volksgenosse kann nur sein, wer deutschen Blutes ist. Kein Flüchtling kann daher Volksgenosse sein.

ich werde das Gefühl nicht los, ihre Antworten alle schon zu kennen.
Glücklicherweise sehen das Junge Menschen anders. die AfD hat ja einen Altersdurchschnitt von 51 Jahren. Wie wollen Sie in Zukunft auch die Junge Wählerschaft erreichen?

Was wir von unserer deutschen Jugend wünschen, ist etwas anderes, als es die Vergangenheit gewünscht hat. In unseren Augen, da muss der deutsche Junge der Zukunft schlank und rank sein, flink wie Windhunde, zäh wie Leder und hart wie Kruppstahl. Wir müssen einen neuen Menschen erziehen, auf dass unser Volk nicht an den Degenerationserscheinungen der Zeit zugrunde geht.

Dabei wünsche ich Ihnen viel Erfolg, Vielen Dank Herr Höcke für dieses offene Interview.

Es könnte durchaus sein, dass diese Antworten ursprünglich mal von jemand anderem in einem anderen Zusammenhang gegeben wurden. In diesem Fall gab es wohl ein Missverständnis und wir haben einfach andere Assoziationskontexte als Björn Höcke. Da sind wir sicher etwas blauäugiger.

 

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