EU: Informationsverbot – Eine Sternstunde der Demokratie

Ein Informationsverbot für Lebensmittelskandale.  Donnerwetter – Da hatten die Pfeifen in Brüssel aber mal wieder eine ganz hervorragende Idee, wie man Lebensmittelskandale in Zukunft eindämmen will: Man tut einfach so als wären sie nicht da. Respekt für so viel gewagte Transparenz.

Statt also jetzt die Öffentlichkeit von Lebensmittelskandalen zu informieren, will man den zuständigen Behörden ein Informationsverbot verpassen. Gemäß dem Motto: Wenn alle die Klappe halten, ist auch nix passiert. Der Verbraucher ist glücklich und stolz auf seine EU, die ihn zuverlässig mit Gammelfleisch und Gengemüse versorgt.

Das kann man am besten mit einem Scheißhaufen in der Ecke erklären. Ich kacke in mein Wohnzimmer – Das stinkt und sieht nicht schön aus. Meine Freundin bemerkt den Geruch und spricht mich darauf an – ich aber sage „Ne, da is nix und außerdem darf ich nicht darüber sprechen“ und schon ist die Welt wieder in Ordnung. Stinken tut es zwar immer noch aber immerhin weiß jetzt niemand davon.

Vorbild für das konsequente Nicht-kommunizieren ist für die Experten in Brüssel niemand geringerer als unsere Bundeskanzlerin. Die beweist schließlich seit über 8 Jahren, dass man auch ohne jegliche Kommunikation erfolgreich sein kann – Keiner weiß so genau was die Frau da in Berlin zusammenbraut – aber alle finden es gut.

Den Vorwurf, dass Informationsverbote in einer Demokratie nichts zu suchen haben lässt man in Brüssel nicht gelten:

Informationsfreiheit ist ein theoretisch wichtiges Gut, wenn aber jeder Hans und Franz über Dinge berichten darf, die unserem Freiheitsempfinden widersprechen, dann wird die Freiheit zu einem Zwang und Zwang dulden wir in einer freiheitlich denkenden demokratischen Gesellschaft nicht.

Das eröffnet ungeahnte Möglichkeiten für alle EU Mitgliedsstaaten.

Wir hätten einige tolle Vorschläge für das ein oder andere Informationsverbot:

Das Plagiats und Vergangenheits Informationsverbot:
Zukünftig ist es verboten über plagiierte Doktorarbeiten oder diverse unangenehme Ereignisse in der Vergangenheit von Politikern zu berichten.
Schließlich ist es ja scheiß egal wie sich wer an die Macht gemogelt hat. Wir leben immerhin in einer Demokratie – gewählt ist gewählt.

Kinderpornoinformationsverbot
Sollte ein Politiker mit kinderpornographischen Material in Verbindung gebracht werden – gilt ein Informationsverbot. Natürlich nur nach außen – innerhalb der Fraktionen darf man sich ungestraft Informationen hin und her schieben – Aber es ist ein Angriff auf unsere Freiheit, wenn jede Mutter und jeder Vater Kenntnis darüber hat, welcher Politiker in welchem Grad pädophil ist.

Informationsverbot über Steuerverschwendungen
Steuern zu verschwenden ist ein ein Grundrecht, das allen Politikern zusteht. Traditionell wird der Steuerverschwendungsetat jährlich fair aufgeteilt, so dass jeder einmal Geld zum Fenster raus werfen darf. Damit die professionellen Steuerverschwender ungestört ihre Arbeit verrichten können ohne dass ständig irgend ein Fraggle von der Bildzeitung oder RTL auf der Baustelle auftaucht, darf der Bund der Steuerzahler nichts mehr über Steuerverschwendungen erzählen

Verbot der Kommunikation der Arbeitslosenzahlen
Vollbeschäftigung ! Endlich wird dieser Traum wahr, denn die Arbeitslosenzahlen unterliegen künftig einem Informationsverbot

 

Und ihr werdet sehen, bald werden wir in einer sorgenfreien Welt leben.
Make the World a better Place ! EU !

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