Scripted Reality Dokus: neue Warnhinweise

Seit September planen die Landesmedienanstalten verschärfte Warnhinweise für Fake-Dokus – sogenannte Scripted Reality Formate verpflichtend zu machen. Langsam nehmen die Pläne konkrete Formen an. Der Grund dafür: Man will Jugendliche nicht desorientieren.

Im Klartext heißt das: Unsere Jugend ist so bratzenblöd geworden, dass sie die schauspielerischen Glanzleistungen der Schulermittler für echt halten und glauben die Trovatos wären die besten Privatdetektive auf diesem Planeten. Ok, die einfachste Möglichkeit wäre natürlich einfach wieder mehr in Bildung zu investieren, aber die Politik führt lieber Warnhinweise ein

Wir haben nachgefragt, wie die Pläne zu den Warnhinweisen für Scripted Reality Dokus konkret aussehen.

Zukünftig soll der Bildschirm zu 1/3 dauerhaft mit folgendem Warnhinweis bedeckt sein. „Sie sehen ein nicht-reales Fernsehformat. Handlungen und Personen sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit dem echten Leben und / oder real existierenden Individuen sind rein zufällig. Sollten Sie diese Sendung für echt halten, wenden Sie sich bitte an RTL oder Ihren Psychologen.“
Des Weiteren soll bei besonders unrealistischen Szenen ein Laufband durch das Bild fließen auf dem auf die besonders unrealistische Szene hingewiesen wird.

Eine weitere Maßnahme gegen Scripted Reality Desorientierungen ist die Auflage, noch schlechtere Schauspieler zu verpflichten. Diesen Punkt betrachtet man bei den Produktionsgesellschaften besonders kritisch, wie man uns auf Nachfrage mitteilte „Wie soll das denn gehen ? Wir greifen doch jetzt schon in die unterste Schublade der Laiendarsteller, wir wissen zum aktuellen Zeitpunkt nicht woher wir schlechter ausgebildete Darsteller nehmen sollen, wir werden wohl auf Billigfachlaiendarsteller aus dem Ausland zurückgreifen müssen“ – so Marius Mönkebusch von Filmpool gegenüber Kontrageil.

Um weitere Desorientierungsfallen für Jugendlichen zu entschärfen, werden auch Warnhinweise für andere Formate diskutiert.

So soll bei Joko und Klaas generell der Hinweis eingeblendet werden „Dies sind keine kreativen und innovativen Entertainer. Sie sehen lediglich nachempfundene, reporoduzierte Formate aus den letzten 30 Jahren Fernsehen mit neuen Moderatorendarstellern“
Ebenso wird bei Kai Pflaume ein Hinweis eingeblendet: „Sie sehen keinen echten Moderator, dieser darstellende Moderatorendarsteller spielt lediglich eine Rolle“
Besonders gefährlich für die junge Zielgruppe sind auch die RTL2 News, die zukünftig mit einem Splitsceen gezeigt werden auf dem gewarnt wird: „Dies sind keine echten Nachrichten“

In diesem Sinne: Auf eine nicht desorientierte Jugend.

Foto: Bestimmte Rechte vorbehalten von chrisinplymouth